Interview mit Lynn Marie Wendt über das Buch „Selma aus Damaskus“

Nathalie Klüver, Journalistin

Wie kamst Du auf die Idee, ein Buch über syrische Flüchtlinge zu schreiben?
Für ein Schulprojekt in der achten Klasse habe ich mich entschieden, ein Kinderbuch zu schreiben. Ich habe schon immer sehr gerne gelesen und das Thema Flüchtlinge ist zurzeit ja überall aktuell. Aber mir ist aufgefallen, dass es nur selten für Kinder erklärt wird. Und die Nachrichten im Fernsehen sind nicht immer sehr kinderfreundlich. Da kam mir die Idee, das Thema einmal aus der Sicht eines Kindes für Kinder aufzuschreiben.

Wie hast Du die Informationen für das Buch gefunden?

Ich habe am Anfang sehr viel recherchiert. Ich habe die aktuellen Nachrichten geschaut und im Internet Berichte über Syrien und die Wege der Flüchtlinge gelesen. Ich wollte eigentlich auch mit Flüchtlingskindern sprechen, aber da viele von ihnen traumatisiert sind, war das leider nicht möglich. Meine Oma, die selbst mit sechs Jahren flüchtete, hat mir viel über ihre Flucht erzählt und wie sie sich dabei gefühlt hat, ihr Zuhause verlassen zu müssen. Davon ist auch viel ins Buch mit eingeflossen.

Wie bist Du beim Schreiben vorgegangen?

Ich habe Pfingsten 2015 mit dem Projekt begonnen. Es hat länger gedauert, als ich am Anfang dachte. Man kann nicht einfach so drauf los schreiben und die Bilder dazu malen, das ist mir schnell klar geworden. Ich habe mir also erst einmal eine Handlung ausgedacht und dann angefangen dazu zu schreiben und die Bilder zu malen. Insgesamt habe ich 8 Monate an dem Buch gearbeitet.

In Deinem Buch wechseln sich Sachkapitel mit der Geschichte ab – wie kamst Du darauf?

Ich wollte nicht nur eine Kindergeschichte über das Thema schreiben. Mir ist auch wichtig, dass wir Kinder verstehen, wie es überhaupt zu so einer Flüchtlingskatastrophe wie der in Syrien kommen konnte. Wenn man die ganzen Hintergrundinformationen in die Geschichte gepackt hätte, dann wäre sie sehr schwer zu lesen gewesen.

Was würdest Du Deinen Leserinnen und Lesern gerne noch sagen?

Es ist sicherlich schrecklich, seine Heimat verlassen zu müssen. Besonders für Kinder. Ich sehne mich ja schon nach meinem Zuhause, wenn ich nur ein paar Tage auf Klassenfahrt gehe. Deshalb macht mich das auch so traurig und betroffen, was all diese Flüchtlingskinder gerade durchmachen müssen. Um so wichtiger ist es, das wir ihnen hier das Gefühl geben, dass sie willkommen sind!


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